Bedarfsanalyse, digitale Formate und Qualitätssicherung – um diese und viele weitere Aspekte geht es für Marion und Laurent bei der Ausarbeitung und Entwicklung von Weiterbildungen, die sich wie ein roter Faden durch die Laufbahn der Staatsbediensteten ziehen.
Wenn man sie bittet, ihre Rolle mit einfachen Worten zu beschreiben, fasst Laurent „fachsprachfrei“ zusammen: „Der Programmverantwortliche schlägt vor, was im Weiterbildungskatalog des INAP steht“. Marion lächelt. Das ist direkt, und zutreffend.
Marion ist seit 2021 beim INAP in der Abteilung Pädagogik und Weiterbildungsentwicklung tätig. Nachdem sie sich erst dem Personalwesen und dann der Erarbeitung von Schulungsangeboten verschrieben hatte, bekleidete sie diverse Funktionen in Bereichen wie Kursleitung, Weiterbildungsmanagement oder E-Learning-Design, bevor sie zum Institut stieß. Heute ist sie hauptsächlich in einem strategischen Bereich tätig: der Basisausbildung, d. h. der Einarbeitung neuer Staatsbediensteter. Darüber hinaus ist sie für Programme der beruflichen Weiterentwicklung verantwortlich – und somit für zwei wesentliche Etappen der Karriere im öffentlichen Dienst. Ihre Kernaufgabe mag heute eher in der Leitung als in der Produktion liegen. Dennoch lässt sie es sich nicht nehmen, weiterhin an der Konzeption mitzuwirken, etwa bei digitalisierten Schulungsinhalten oder E-Learning-Modulen.
Laurent wurde im Oktober 2025 Teil des Teams. Sein Werdegang ist eher ungewöhnlich: ein Studium der Europäischen Geschichte und der Politikwissenschaft, gefolgt von knapp zehn Jahren Tätigkeit in der Berufsausbildung des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend – im Kontakt mit den Teams, die die Rahmenprogramme ausarbeiten, also die Dokumente, die die Lehrgänge und Inhalte der beruflichen Ausbildung festlegen. Beim INAP ist er nun zuständig für digitale Kompetenzen sowie Themen im Zusammenhang mit Gesetzgebung, Regulierung und Compliance. Im Fokus steht dabei auch insbesondere ein Thema, das in den Anfragen immer häufiger auftaucht: künstliche Intelligenz.
In ihrem Alltag dreht sich alles um drei Schwerpunkte: ANALYSE, PÄDAGOGIK und BEITRAG.
ANALYSE
Bevor man eine Weiterbildung konzipiert, gilt es den Bedarf zu verstehen
Eine Anfrage für eine Weiterbildung beim INAP ist ein Ausgangspunkt, der in der Praxis verankert ist: Man geht von einem konkreten Bedarf aus, klärt diesen und erarbeitet dann eine sinnvolle und angemessene Lösung. Die Zielsetzung ist klar: das richtige Angebot zur richtigen Zeit für die richtigen Personen bereitzustellen, damit die Weiterbildung konkret der täglichen Arbeit und der Weiterentwicklung der Kompetenzen dient.
Wie Laurent erläutert, dient diese erste Phase der Bedarfsanalyse und Zieldefinition vor allem dazu, die am besten geeignete Lösung zu ermitteln. „Manchmal besteht unsere Aufgabe auch darin zu erklären, dass eine Weiterbildung nicht unbedingt angebracht ist. Alles hängt von der Art des Bedarfs ab: Ist er sehr spezifisch, kann man ihn in eine Weiterbildung mit klaren Lernvorgaben umwandeln; geht es jedoch eher um einen Rahmen, einen organisatorischen Aspekt oder eine zu vermittelnde Information, ist womöglich ein anderer Ansatz wirkungsvoller.“ In solchen Fällen obliegt es uns, auf eine Lösung hinzuweisen, die zweckdienlicher, effizienter und mit den operativen Gegebenheiten vereinbar ist.
Ihre Methode fußt also auf einem Grundsatz: Ausgehend von einer klaren Absicht wird die Option vorgeschlagen, die für die betroffenen Bediensteten am effektivsten ist. Marion weist noch einmal nachdrücklich darauf hin: „Für uns ist es besonders wichtig zu beurteilen, welche angestrebten Ergebnisse durch die jeweilige Weiterbildung erreicht werden können.“ Die Festlegung „messbarer“ Ziele dient anschließend als Orientierung.
Die Initiative kann von verschiedenen Akteuren ausgehen: von Verwaltungen, Weiterbildnern, Experten, mitunter sogar von den Staatsbediensteten selbst. Marion präzisiert: „Von allen! Auch die Bediensteten können Vorschläge einreichen und dabei das Thema, die Zielgruppe, die Sprache, das Format und den Zweck der Weiterbildung beschreiben.“ Für Laurent ist der Ablauf klar: zunächst auf das bereits vorhandene Angebot zurückgreifen und nur dann maßgeschneiderte Lösungen entwickeln, wenn es notwendig ist – so kann man schneller reagieren und sachdienlicher vorgehen.
PÄDAGOGIK
Das richtige Format zur richtigen Zeit
Die Digitalisierung ist kein Trend: Sie hat sich dauerhaft etabliert und sowohl die Formate als auch die Lehr- und Lernerfahrung verändert. Marion hat dies hautnah miterlebt. Sie erinnert sich noch gut daran, wie die COVID-19-Pandemie alles auf den Kopf stellte: „Früher konnte die Basisausbildung neuer Mitarbeiter bis zu drei Wochen in Präsenzform dauern. Und dann mussten wir plötzlich von heute auf morgen das Angebot anders aufstellen und bestimmte Prozesse schnell digitalisieren, um die Kontinuität zu gewährleisten.“
Im Nachhinein hat das INAP eine Entscheidung getroffen: die Digitalisierung dort nutzen, wo sie einen echten Mehrwert hat. „Digitale Technologien sind gut, aber man muss sie bewusst einsetzen“, erklärt Marion, die heute für eine Neugewichtung plädiert, mit mehr Vor-Ort-Schulungen und hybriden Formaten, bei denen sich Online-Sequenzen und Präsenzeinheiten abwechseln, um den Austausch und die praktische Umsetzung zu fördern.
Dieses Streben nach Ausgewogenheit ist zudem einem weiteren Faktor geschuldet: der Größe der Gruppen. „Wir haben heute jährlich mehr als 1500 neue Staatsbedienstete, die sich in der Stage-Zeit befinden“, gibt Marion zu bedenken. Bei Gruppen von teils mehr als 50 Personen und angesichts monatlich stattfindender Veranstaltungen ist die Wahl der Formate nicht nur eine Frage der Pädagogik, sondern schlichtweg auch der Machbarkeit.
Laurent hebt dabei einen zentralen Punkt hervor: Jedes Format hat seine eigenen Regeln, und genau das macht diesen Beruf so spannend. „Eine virtuelle Gruppe zu leiten ist nicht vergleichbar mit einer Präsenzschulung. Die Interaktion ist ganz anders und es ist viel schwieriger!“ Konkret bedeutet dies, dass man die Methoden anpassen, die Gruppen stärker animieren und die Lernerfahrung anders gestalten muss.
Eine virtuelle Gruppe zu leiten ist nicht vergleichbar mit einer Präsenzschulung. Die Interaktion ist ganz anders und es ist viel schwieriger!
Was das E-Learning angeht, verfolgt Marion ein klares Ziel: Engagement. „Ich lege großen Wert darauf, dass unsere Weiterbildungen so interaktiv wie möglich sind und nicht nur aus Lesen und Scrollen bestehen.“ Um dieses Qualitätsniveau zu erreichen, investiert das INAP auch in die Begleitung der Weiterbildnerinnen und Weiterbildner. Viele von ihnen sind in erster Linie Experten auf ihrem Gebiet. Das Ziel ist ihnen dabei zu helfen, dieses Fachwissen in wirkungsvolle, partizipative und an die verschiedenen Formate angepasste Lernerfahrungen zu verwandeln. Das geschieht mithilfe von pädagogischen Leitlinien, Moderationshilfen und immer im Geiste einer Kultur des Austauschs. Es wird gemeinsam entwickelt, getestet, angepasst … damit jede Weiterbildung lebendiger und in der Praxis nützlicher wird.
BEITRAG
Eine Arbeit, die zählt – im Dienste der Karrieren
Was Marion und Laurent leisten, spielt sich oft hinter den Kulissen ab. Es ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, aber die Auswirkungen werden im Laufe der Zeit spürbar. Denn am INAP ist jede Weiterbildung als wichtiger Meilenstein konzipiert – als Schritt, der den Einstieg in den öffentlichen Dienst, eine Beförderung, die Übernahme einer neuen Position oder den Ausbau von Kompetenzen begleitet.
Marion berichtet mit bescheidenem Stolz: „Es ist interessant zu sehen, wie sich alles zusammenfügt, und sich zu sagen, dass auch wir irgendwo unseren kleinen Beitrag dazu leisten.“ Und da „die Aus- und Weiterbildung die Karriere doch sehr prägen“, ist es natürlich sinnvoll, zu dieser Dynamik beizutragen.
Laurent teilt diese Sichtweise: Für ihn ist das INAP eine Anlaufstelle für sämtliche Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Und genau das macht den Beruf so faszinierend. „Es tut einfach gut zu erkennen, dass meine Arbeit etwas bewirkt … und dass man Spuren hinterlassen kann.“ Er bringt es wie folgt auf den Punkt:
Unsere Arbeit trägt zur Qualität des öffentlichen Dienstes und damit zum reibungslosen Funktionieren eines ganzen Landes bei.
Dieser Einfluss entsteht auch durch konkrete Projekte, die gemeinsam mit und für die Behörden konzipiert werden. Als Beispiel nennt Marion die Weiterbildung der Délégués à la formation (DALF, zu Deutsch: Weiterbildungsbeauftragte). Diese werden innerhalb der Verwaltung ernannt und fungieren als Bindeglied zum INAP. Sie erfassen die Bedarfe, beraten die Kollegen und leiten Weiterbildungsanfragen weiter. Ziel dieses neuen Lehrgangs ist es, ihnen konkrete Anhaltspunkte sowie ein besseres Verständnis für eigenen Rolle zu vermitteln und Hilfestellung bei der Strukturierung der Bedarfe zu geben – das alles zugunsten ihrer Mitarbeiter. Ins DALF-Projekt sind gleich mehrere Abteilungen des INAP eingebunden: eine gemeinschaftliche Arbeit, die darauf ausgelegt ist, so nah wie möglich an den Realitäten jeder Verwaltung anzusetzen.
Da Aus-und Weiterbildung ein Hebel zur kontinuierlichen Verbesserung sind, legt das INAP zudem besonderen Wert auf Nachbereitung und Bewertung. Das Ziel ist klar und besteht darin, über den ersten Eindruck hinauszugehen, besser zu verstehen, was die Bediensteten tatsächlich in ihrer Arbeit anwenden, und das Angebot so weiterzuentwickeln, dass es nützlich, aktuell und auf die Bedürfnisse des öffentlichen Dienstes abgestimmt bleibt.
Wenn auch Sie bereit sind, etwas zu bewegen und zur Entwicklung der Kompetenzen beizutragen, die den öffentlichen Dienst im Großherzogtum voranbringen, könnte das INAP genau Sie brauchen. Schauen Sie sich die Stellenangebote an und werden Sie Teil der Teams um Marion und Laurent!